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Seentherapie

Die heute vielfach zu beobachtende massenhafte Entwicklung von Algen in Seen beruht zumeist auf einen durch erhöhte Nährstoffzufuhr ausgelösten Vorgang. Dieser führt zu einer verstärkten Bioproduktion der im See vorkommenden Lebewesen, deren Ausscheidungen und sterblichen Überreste wiederum die Nährstoffanreicherung fördern. Hinzu kommt, je nach geologischen, boden- und landschaftsökologischen Voraussetzungen, der mehr oder weniger große Eintrag an Schwebstoffen mineralisch-biologisch-organischer Herkunft, z. B. aus der Landnutzung. Verstärkt werden diese Prozesse durch erhöhte Sonneneinstrahlung und damit verbunden erhöhten Wassertemperaturen. Hierbei spielt der Klimawandel vermutlich keine geringe Rolle. Ein erhöhtes Nährstoffangebot führt u. a. zu verstärktem Algenwachstum. Dieses wiederum muss von den Kleinsttieren, insbesondere den Flohkrebsen, kompensiert werden, um eine allzu große Algenblüte und damit die Gefahr der Sauerstoffzehrung zu verhindern. Algen produzieren am Tag Sauerstoff und können in der Nacht unter Umständen allen Sauerstoff im See verbrauchen wodurch es zum Fischsterben kommen kann – der See „kippt um“. Ein allzu großer Friedfischbesatz, ohne angemessenem Raubfischanteil, kann die Kleinkrebsbestände derart dezimieren, dass sie das Algenwachstum nicht mehr oder nur ungenügend in Schach halten können. Es kommt zu starker Algenblüte, der See wird trüb, er eutrophiert stark und verlandet zusehends. Im Extremfall kommt es zu einer explodierenden (Blau-)Algenentwicklung. Bestimmte Blaualgenarten gegen Giftstoffe in das Wasser ab, dies kann zu Badeverboten führen. Diese vom Menschen beschleunigte Entwicklung verstärkt die ohnehin natürliche Verlandung jeden Sees über eine je nach seiner Tiefe, seiner Größe und seinen natürlichen Voraussetzungen mehr oder weniger langen Zeit. Trotz des großen Wissens über Seen, der in allen Seen gleichermaßen herrschenden chemisch-physikalisch-biologischen Gesetze und der zahlreichen Konzepte für eine Seensanierung bleibt jeder See ein Einzelfall, für den es kein allgemein anwendbares „Patentrezept“ für seine Sanierung oder Restaurierung gibt. Nur sorgfältige Analyse und Bewertung der Verhältnisse vor Ort ermöglicht Lösungen zur Verbesserung der Situation.

Eixendorfer Speichersee Seentherapie und Fischaufstiegshilfe (PDF)

Hackensee Seentherapie (PDF)

Hammersee ohne Blaualgen Seentherapie (PDF)

 

Biodiversitätscheck

Unter Biodiversität oder biologische Vielfalt versteht man gemäß der Biodiversitäts-Konvention (Convention on Biological Diversity, CBD) „die Variabilität unter lebenden Organismen jeglicher Herkunft, darunter unter anderem Land-, Meeres- und sonstige aquatische Ökosysteme und die ökologischen Komplexe, zu denen sie gehören“. Damit sind sowohl die Vielfalt innerhalb von Arten als auch die zwischen den Arten sowie die der Ökosysteme selbst im Begriff enthalten. Laut Definition gehört auch die genetische Vielfalt zur Biodiversität. Der Erhalt und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt sind essentielle Grundlagen für das menschliche Wohlergehen. Die größte Gefahr für die biologische Vielfalt auf der Erde liegt in der Zerstörung und Fragmentierung von Lebensräumen, was sich direkt auf die darin lebenden Arten auswirkt (https://de.wikipedia.org/wiki/Biodiversität).
Der Biodiversitätscheck von Industriestandorten dient dazu, die Berührungspunkte einer Firma am Standort mit dem Erhalt von Lebensräumen und der Vielfalt der Arten zu benennen, zu bewerten und, wo notwendig, Handlungsoptionen aufzuzeigen.
Im Rahmen dieser Nachhaltigkeitsbewertungen werden in erster Linie Ressourcenverbrauch und –management, Energieeffizienz und Emissionen erfasst. Die Einflüsse, die Produktion und sonstige Geschäftstätigkeiten eines Unternehmens auf die Biodiversität, d.h. die Vielfalt der Arten und Lebensräume, werden bisher hingegen kaum berücksichtigt.
Grundsätzlich können direkte und indirekte Wirkungen des unternehmerischen Handelns auf die Biodiversität unterschieden werden:
Direkte Einflüsse auf Lebensräume und Arten entstehen zum einen am Firmenstandort selbst durch die Flächeninanspruchnahme der Produktionsstätten oder durch die Immissionen auf Lebensräume und Arten im Zuge der Produktion, der Verkehrserschließung des Firmengeländes oder der Versorgung mit Rohstoffen und Verbrauchsgütern. Zum anderen entstehen direkte Einflüsse nicht nur am Standort der untersuchten Firma, sondern auch bei der Förderung, Herstellung, Zwischenverarbeitung der Roh- und Werkstoffe. Es können Arten und/oder deren Lebensräume unmittelbar oder durch die Beeinflussung von Lebensraumbeziehungen und Artengefügen mittelbar gestört und/oder geschädigt werden.
Die indirekten Einflüsse auf die Biodiversität entstehen durch die allgemeinen und globalen Auswirkungen des Verbrauchs fossiler Brennstoffe in allen Bereichen von der Rohstoffgewinnung bis zum Vertrieb des fertigen Produktes. Sie verändern beispielsweise das Klima und damit die Artenvielfalt und Lebensräume weltweit. Diese indirekten Einflüsse stehen in direkter Proportionalität zum Ressourcenverbrauch und werden über den/die Ressourcenverbrauch/Energiebilanz durch die bisherigen Nachhaltigkeitsstudien und Zertifizierungen (ISO, EMAS) ausreichend erfasst, so dass sie im vorliegenden Check nur zur Vollständigkeit mit Verweis auf bestehende Bemühungen genannt werden und nicht für jedes Handlungsfeld eigens beschrieben werden.

Infineon Biodiversitätscheck (PDF)

 

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